h. johannes wallmann
GLOCKEN REQUIEM XXI

raumklang-komposition für drei voneinander weitentfernte chorgruppen, 137 dresdner kirchenglocken, elektronische klänge, drei schreier und einen koranrezitator

zu texten in deutsch/hebräisch/hocharabisch

Informationen zur Uraufführung Glockenrequiem 1995 in Dresden





CD-Bestellung
(Uraufführung 1995)


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Widmung

Dem Frieden und der zukunftstragfähigen Gestaltung der Welt.

Kindern als Trägern der Zukunft gewidmet.







Uraufführung am 11.09.2006, 20:30 Uhr

in der Stadtkirche Darmstadt durch den
Konzertchor Darmstadt, Leitung Wolfgang Seeliger

www.konzertchor-darmstadt.de

Stimmen zur Uraufführung

Die Stimmen zur Uraufführung sind als PDF verfügbar:

Darmstädter Echo vom 13.09.2006

Hörerstimmen

Aktuell

Die Komposition beginnt und endet in hebräisch / deutsch / hocharabisch mit einem Text, den die 15-jährige Anne Frank 1944 vor ihrer Deportation nach Auschwitz formulierte:

"Solange die ganze Menschheit, ohne Ausnahme, keine Metamorphose durchläuft, wird Krieg wüten und alles, was gebaut, gepflegt und gewachsen ist, wieder abgeschnitten und vernichtet..."

Nicht nur angesichts der beiden Weltkriege des vergangenen Jahrhunderts, sondern auch angesichts der gegenwärtig wütenden Kriege zwischen den Hisbollah und Israel, im Irak und in Afghanistan oder der sich ausbreitenden Terrorwelle ist dieser Gedanke von Anne Frank hochaktuell. Gedenktage – wie der 13. Februar (Dresden 1945) oder der 11. September (New York 2001 / Darmstadt 1944) – sollten uns Anlass sein, uns an ihn erinnern.

Uraufführung

Uraufführung am 11.09.2006, 20:30 Uhr in der Stadtkirche Darmstadt durch den Konzertchor Darmstadt, Leitung: Wolfgang Seeliger

Anlässlich des 11.Septembers 2006 - dem 5. Jahrestag der Zerstörung des World Trade Centers und dem 62. Jahrestag der Zerstörung der Stadt Darmstadt – kommt die Raumklang-Komposition GLOCKEN REQUIEM XXI von H. Johannes Wallmann in einer konzertanten Fassung zur Uraufführung. Die Texte des Werkes, das auf Lessings Ringparabel und die gemeinsame Zukunftsverantwortung der Kulturen zielt, entstammen der christlichen, jüdischen und islamischen Kultur und erklingen auf deutsch, hebräisch und hocharabisch.

In dieser konzertanten Fassung des Werkes erklingt eine der drei Chor-Gruppen (die nach ursprünglichem Konzept aus der Synagoge, der Frauenkirche und dem islamischen Zentrum Dresden übertragen werden sollten) sowie die drei Schreier live. Aus Lautsprecher-Boxen - im Raum um das Publikum verteilt - sind die beiden anderen Chorgruppen, ein Koranrezitator, die Glockenklänge sowie die elektronische Klänge (die sich computergesteuert durch den Raum bewegen) zu hören.

Eintritt

Mittelschiff: 18 / 15 Euro
Unter den Emporen: 8 Euro

Vorverkauf

Ab ca. 23.8. an allen bekannten Vorverkaufstellen, im Ticketshop am Luisencenter Darmstadt sowie unter www.konzertchor-darmstadt.de (Kartenausdruck am eigenen PC).



Konzept und Komposition

Erläuterung der Projektidee

Auch wenn Glocken keine Erfindung der europäischen und christlichen Kultur sind, so haben sie diese seit Jahrhunderten akustisch geprägt. Ursprünglich sollten Glockenklänge Unheil abwehren und Glück bringen. Dieser Aspekt ist neben theologischen Implikationen wichtig für das GLOCKEN REQUIEM. Denn immer wieder wurden Glocken als Materialreserve verwendet und zu Kanonen oder Bomben umgegossen. So auch im 2. Weltkrieg, als die meisten Dresdner Glocken (wie die vieler anderer Städte) auf den Hamburger Glockenfriedhof verbracht wurden.

Frieden bedeutet heute: Verständigung zwischen den Kulturen und Religionen. Denn angesichts ihrer (im Hinblick auf die Globalisierung) gemeinsamen Verantwortung sind sie heute mehr denn je gefordert, weit über sich selbst hinauszusehen, aber zugleich auch ihre Verwandtschaft sowie ihre Traditionen nicht zu verleugnen.

Hinsichtlich dieser Überlegungen lag es nahe, über eine angemessene Erweiterung des Ursprungswerkes nachzudenken. So entwickelte der Komponist – auf Grundlage seines GLOCKEN REQUIEM DRESDEN von 1995 - das GLOCKEN REQUIEM XXI.

Die Originalfassung

Die Komposition des GLOCKEN REQUIEM XXI erweitert die 1994/95 geschaffene Komposition des GLOCKEN REQUIEM DRESDEN für 129 Kirchenglocken durch die Glocken der Frauenkirche, durch drei Chorgruppen, einen Koranrezitator, drei Schreier sowie elektronische Klänge.

In der großen Original-Fassung des GLOCKEN REQUIEM XXI werden die Dresdner Glocken nach der Partitur von 1994/95 geläutet. Die drei Chorgruppen sowie (in einem der 17 Sätze) die drei Schreier werden dazu live aus der Frauenkirche, der Synagoge und dem Islamischen Zentrum Dresden übertragen. Quadrophone elektronische Klänge, die nach bestimmten räumlichen Grundmustern im Raum verlaufen, bilden die klangliche Basis und werden computergesteuert zugespielt. Zwischen den Requiem-Teilen mit den Glockenklängen öffnen sich Hörfenster, in denen die Komposition mit Texten aus der jüdischen und islamischen Kultur erklingt. In diesem Zusammenhang ist auch ein Koranrezitator zu hören.

Im GLOCKEN REQUIEM XXI erhalten die  Kulturen als „Geschwister“ der christlichen Kultur eine Stimme. Damit knüpft der Komponist angesichts der aktuellen politischen Weltlage ganz bewusst an Lessings Ringparabel an. Denn nach ihr können Judentum, Christentum und Islam (stellvertretend für alle Kulturen/Religionen) als Geschwister gesehen werden, die sich in einem Wettbewerb um die besten Beiträge für eine zukunftstragfähige Gestaltung der Welt verstehen sollten.

Die Konzertante Fassung

Die Komposition ist so angelegt, dass sie in unterschiedlichen Fassungen aufgeführt werden kann. So besteht neben der Originalfassung die Möglichkeit, die Komposition konzertant als Raumklang-Konzert aufzuführen, wie es nun am 11.9.06 in der Stadtkirche Darmstadt geschehen wird.

Die Komposition

Die Komposition besteht aus 7 Hauptteilen, die sich in insgesamt in 17 Sätze untergliedern. Die Klänge verlaufen nach bestimmten Mustern durch den Raum.  Im „Introitus“ (Teil 1) und in der „Sequenz“ (Teil 5) öffnen sich Hörfenster, in denen (in hebräischer bzw. hocharabischer Sprache und ohne Glockenklänge) Texte aus der jüdischen und islamischen Religion gesungen werden. Ganz zu Beginn („Introitus“), in der Mitte („Tractus“) und am Ende („Sanctus“) erklingen dreisprachig die Texte von Anne Frank (Amsterdam) sowie von Karolina (Ex-Jugoslawien). Es sind Texte von Kindern, die weise Erkenntnisse über Frieden und Krieg formulieren. Alle Texte befassen sich mit Fragen nach dem Sinn menschlichen Lebens und dem Verhältnis des Menschen zu Tod und Zukunft. Sieht man diese Texte in ihrer Summe, so könnte jedes einzelne menschliche Leben als eine Option gelten, zum „ewigen“ Kreislauf des Lebens beizutragen. Das GLOCKEN REQUIEM XXI umkreist auch in seinen musikalischen Strukturen solche und ähnliche Fragestellungen.

Die Texte

Die Textzusammenstellung knüpft an der von Wallmanns GLOCKEN REQUIEM DRESDEN von 1995 an, erweitert diese aber durch Texte aus den drei Kulturen/Religionen.

Veranstalter / Kooperationspartner / Sponsoren

Veranstalter: Konzertchor Darmstadt e.V. Mauerstraße 17, 64289 Darmstadt

Musikalische Leitung der Aufführung: Wolfgang Seeliger

Projektleitung und Gesamtorganisation: Martin C. Stang

Die Finanzierung dieser konzertanten Uraufführung erfolgt durch das Land Hessen, die Stadt Darmstadt und die Stadtsparkasse Darmstadt.

Kurzbiografie H. Johannes Wallmann

*1952 Leipzig; Musikstudium Weimar; "kunstphilosophisches Training" bei dem Maler K.W. Streubel; `80/81 Meisterschüler für Komposition bei F.Goldmann; `82-88 Entwicklung von INTEGRAL-ART; `86 kulturpoltisch begründeter Ausreiseantrag; `90-93 Initiator und Leiter der BAUHÜTTE KLANGZEIT Wuppertal. Kammermusik-, Orchester- und Landschaftsklang-Kompositionen; Rundfunkaufnahmen und Rundfunk-Live-Übertragungen (etwa GLOCKEN REQUIEM DRESDEN, KLANG FELSEN HELGOLAND, INNENKLANG-AUSSENKLANG) z.B. durch DeutschlandRadio, MDR, NDR, BBC, WDR, HR, SR, BR. 03/04 u.a.:  Uraufführung "intars 2138" (Dresdner Philharmonie), Lichtklang-Landschaft "der grüne klang", MAN-DO (Berliner Philharmonie), DER BLAUE KLANG - Landschaftsklang-Kompositon für voneinander weitentfernte Vokal- und Orchestergruppen (UNESCO-Weltkulturerbe „Wörlitzer Anlagen“). Lehraufträge im Fachbereich Architektur an verschiedenen Hochschulen.

Zum Konzertchor Darmstadt

Als erfolgreicher Projektchor hat der Konzertchor Darmstadt den Ruf seiner Heimatstadt weit über die Region hinaus getragen und gehört seit Jahren zu den bekanntesten und gefragtesten Chören in Deutschland.

Besonders die hohe Dynamik, auch in kürzester Zeit anspruchsvolle Projekte in unterschiedlichsten Besetzungen zu realisieren, zeichnen den Konzertchor Darmstadt und seinen künstlerischen Leiter Wolfgang Seeliger aus, wie zahlreiche Anfragen international renommierter Veranstalter immer wieder neu belegen. 

So gastierte der Chor bereits in vielen bedeutenden europäischen Konzertsälen und wurde zu Tourneen nach Israel, Japan, die Vereinigten Staaten, Korea und in zahlreiche europäische Länder eingeladen.

Seit 1977 wurden Projekte unterschiedlichster Art realisiert, von großer Klassik über Musical, Chanson und Poparrangements bis hin zu zahlreichen Erst- und Uraufführungen zeitgenössischer Werke in unterschiedlichsten Besetzungen.

Überregionale Engagements, Einladungen zu Festivals und Wettbewerben, sowie eine Vielzahl von Fernseh-, Rundfunk- und CD- Aufnahmen ergänzen das Schaffensspektrum.

In Zusammenarbeit mit dem Anhaltischen Theater Dessau war der Konzertchor Darmstadt im Juli 2004 an der viel beachteten Uraufführung „DER BLAUE KLANG- Landschaftsklangkomposition für voneinander weitentfernte Vokal- und Orchestergruppen“ von H. Johannes Wallmann im Wörlitzer Gartenreich beteiligt

www.konzertchor-darmstadt.de

Pressetext

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