Pressestimmen

Union, Dresden, 27. September 1975 zu CLUSTERIEX für vier Holzbläser (1973):
„Wann ist neue Musik neu? ... man war sich einig, daß nur über ein Werk zu sprechen sich lohnte: „Clusteriex“ für Flöte, Oboe Klarinette und Fagott des 23 Lenze jungen Johannes Wallmann. Es steckt voll eigenwilliger Ideen, ohne daß es eine Note zuviel gibt ... und mitkomponiertes Füßestampfen reißt „Clusteriex“ höchst sympathisch aus der Konzertsaalförmlichkeit. Stücken solcher Art wünsche ich weite Verbreitung“


Thüringer Tageblatt 16.04.1974
»„Kammermusik unkonventionell” war ein Konzert überschrieben, in dem im Saal Am Palais Werke des jungen Komponisten Johannes Wallmann erklangen. Dieser Abend erwies sich in doppelter Hinsicht als faszinierend, da das durchweg jugendliche Publikum in drei Uraufführungen Stücke eines Musikers hören konnte, der zu den hoffnungsvollen Nachwuchstalenten der jüngeren Komponisten-generation gehört.«

Berliner Zeitung, 9.2.1978
„... Von den fünf Preisträgern soll hier besonders der Komponist Johannes Wallmann genannt sein, dessen „Briefe zur Nacht“, eine von literarischen Zeugnissen angeregte Suite für Solo-Violine, angenehm auffielen, in Sausdruck und gestalterischer Durchdringung am überzeugendsten wirkten.“

Thüringer Neueste Nachrichten, 11.4.1978 zu SUITE FÜR VIOLINE SOLO - Briefe zur Nacht (1976)
„... Das folgende Werk „Briefe zur Nacht“ (1976), Suite für Violine solo des Weimarer Komponisten Johannes Wallmann, Mitglied der Staatskapelle, war das eindrucksvollste des Abends ... Die Violine ist meist in herkömmlicher Art, aber außerordentlich vielseitig eingesetzt. In sehr individueller, ja bekenntnishafter Weise wird so die breite Ausdruckspalette von Aphoristischem über Lyrisch-Expressives bis zur kraftvollen Geste musikalisch realisiert. Ein Werk, das die Sololiteratur des Instruments wesentlich bereichert.“

Sächsische Zeitung 10.09.1979 zu »Synospsis«
»...vermochte „Synopsis” wahrhaftig durch so etwas wie herbe Schönheit zu ergreifen. ... Die Unaufdringlichkeit, Geschliffenheit und stille Freude, mit der das Stück von der Gruppe Neue Musik Weimar gespielt wurde, zog die Aufmerksamkeit vom ersten bis zum letzten Ton auf sich. ...Hier entfaltet sich eine fesselnde Musik wie aus einem Keim von innen heraus.«

Neues Deutschland 2.10.80 zu »Stadien«
»Entwicklung im Sinne des Themas findet kaum statt, Hektisch-Zerrissenes und Meditatives dominieren, bevor zum Schluß eine warme Solo-Cello-Kantilene einsetzt.«

Berliner Zeitung, 2.10.1980 zu »Stadien«
„... Johannes Wallmann - „Stadien für Orchester und Klavier“, die vom Rundfunksinfonieorchester Leipzig (Leitung: Wolf-Dieter Hauschild, Solistin: Bettina Otto) anläßlich der Preisverleihung uraufgeführt wurden. „Stadien“ - das ist ein interessant aufgebauter Dialog zwischen diversen Schlagwerkaktionen, gelegentlichen Bläserattacken und Klavier, in den sich das übrige Orchester lediglich als kommentierender Vermittler mischt. Überzeugend und eindringlich

F.A.Z. 22.11.1980 zu »Antonyme«
»...Wallmanns sperrigere, titelgebende Konfrontation gegensätzlicher Parameter (hoch-tief, laut-leise, lang-kurz, Bewegung-Ruhe), aus deren konstruktiver Verschränkung Polyphonien von Bachscher Kompliziertheit oder Webernscher Aussparung entstehen.«

BZA, 18.12. 1984 zu 1984 - VARIANTE zu „Guernica“ nach Pablo Picasso/Paul Dessau
„Johannes Wallmann hatt eine der drei Kammerensemble-Varianten von Dessaus „Guernica“ komponiert/arrangiert. Sie wirkte am markantesten u.a. mit dem Kontrast von Streicherwärme, Pikkoloschrillen, Schlagzeugeinsatz.“

F.A.Z. 24.08.1988
»Der 1952 in Leipzig geborene Komponist Johannes Wallmann ist am Wochenende aus der DDR in die Bundesrepublik übergesiedelt. Der Gründer der „gruppe neue musik weimar” (1977) war bis 1982 Meisterschüler von Friedrich Goldmann an der Akademie der Künste der DDR und erhielt 1980 den Hanns-Eisler-Preis. Noch 1984 war Wallmann in der DDR-Zeitschrift „Musik und Gesellschaft” als einer der vielversprechenden Komponisten vorgestellt worden. Zu dieser Zeit hatte er jedoch schon erhebliche Probleme, seine genau gearbeiteten und an philosophischen Modellen geschulten musikalischen Konzeptionen durchzusetzen. ...«

Rheinische Post 25.8.88
»... hat Johannes Wallmann die DDR in Richtung Bundesrepublik Deutschland verlassen. Wallmann galt als eine der großen Hoffnungen unter den jungen Komponisten der DDR. Es wird nicht gezögert, ihm die Beurteilung »genialisch« zu geben. Wallmann hatte bereits 1986 einen Ausreiseantrag gestellt. ...«

Neue Zeitschrift für Musik 11/88 zu »axial«
»„axial” von Johannes Wallmann in Wuppertal uraufgeführt.
...ein groß besetztes, streng organisiertes Orchesterwerk mit dezent formulierten Huldigungen an Edgar Varese und Anton Webern... ein Leichtes, nach dieser eindrucksvollen Premiere die Prognose zu stellen, daß man von diesem engagierten und aufrichtigen Komponisten in der aktuellen Auseinandersetzung im Bereich der Neuen Musik noch so manches gewichtige Wort hören wird.«

Frankfurter Rundschau (zu Musik des 20.Jahrhunderts - Saarländischer Rundfunk) 12.06.1992 zu KONZERT IN SPIEGELFORM
»... Dem Höhepunkt in Saarbrücken lagen dann wieder leise Klänge zugrunde: Das „Konzert in Spiegelform” von Johannes Wallmann. Wallmann kombiniert hier eigene Stücke zu einer Suite, die in zwei verschiedenen Besetzungen spiegelverkehrt wiederholt wird, fügt den einzelnen Sätzen Soli hinzu, und erzeugt so einen Mikrokosmos von Vexierbildern, die sich auch in ihrer Binnenstruktur scheinbar endlos spiegeln, ausgehend von der Achse eines einzelnen Tones. ...«

positionen 8/91 zu BAUHÜTTE KLANGZEIT WUPPERTAL
»... Über Utopien wird heute nicht mehr nur nicht geredet, sondern sie werden belächelt. ... Um so erstsaunlicher ist es deshalb, daß in Wuppertal ein für diese postmoderne Zeit mutiges Projekt realisiert werden kann, das erneut Utopien zu setzen und einzulösen sucht. Die Rede ist von der ``Bauhütte Klangzeit Wuppertal´´. ... Spiritus Rector und zugleich Organisator dieses anspruchsvollen modellhaften Projektes ist der 39jährige Komponist Johannes Wallmann, der 1988 von Ostberlin nach Wuppertal übergesiedelt ist. Beim Kulturamt Wuppertal hat er nun tatkräftige Unterstützung gefunden, um einen Teil seiner über viele Jahre entwickelten ästhetischen Theorien und Utopien realisieren zu können. ...«

Westdeutsche Zeitung 2.12.1991 zu »schweben und hören«
»Der Schwebebahnfahrer wird zum Dirigenten.
Kaum haben sich die Türen der Schwebebahn geschlossen, dringen ungewohnte Töne durch die Bahn: Sphärisch und kaum zu definieren schwillt ein Ton an, nimmt langsam ab und mündet in melodische Klangfolgen. Unterschwellig und doch präsent sind die Klänge, die Schwebebahnfahrer in dieser Woche im Wagen Nummer 23 während der Fahrt hören können. ... „Eine Verbindung von Kunst, Technik und Lebensalltag”, verrät Johannes Wallmann, Ideengeber und Komponist, das Anliegen des Projekts.«

Sonntagsblatt, 15.12.,91 zu SCHWEBEN UND HÖREN
„Neun Tage lang hatte Musikhören in Wuppertal zwei besondere Voraussetzungen: zum einen, daß man gerade den Zug Nummer 23 dieser traditionsreichen Bahn erwischte, und zum anderen, daß man sich durch die dort bis zum 8.Dezember zu hörenden Klänge aufstören und sie wirken ließ. ... nicht zuletzt zog der zum Klingen gebrachte konkrete Zeuge technologischer Entwicklung, die Schwebebahn, den Hörer in Klangwelten mit, die fast kosmische Erlebnisse suggerierten.“

MusikTexte 12/92
»Ein Komponist hatte in der ehemaligen DDR eine Vision und einen Traum: die Musik aus ihrem akustischen Käfig, in dem sie in den traditionellen Konzertsäalen - und wohl auch in den Köpfen - gefangen war, herauszuholen und sie in ein Gesamtkonzept von Raum, Klang, Architektur und Landschaft einzubringen: eine Einheit zu schaffen von Zeit- und Raumkunst, kurz: Grenzen niederzureißen. Sein Name: Johannes Wallmann.«

Deutsche Welle 8.10.92 zu KLANGZEIT WUPPERTAL
»... Ein Festival also, daß man in dieser Größe und Qualität in einer europäischen Kulturmetropole erwarten würde.«

EXTRA Il MATINO Florenz 18.10.92
»KLANGZEIT WUPPERTAL ... Eine der europaweit (und unter vielen Gesichtspunkten weltweit) hervorragendsten Initiativen ...«

WDR-Fernsehen 1.10.92 zu KLANGSEGEL
»... eine ganz zauberhafte Klanginstallation«

MusikTexte 12/92
»Die Klangsegel wurden zu einer kleinen Wallfahrtsstätte für die Wuppertaler, die sich Abend für Abend mit großem Interesse am Ufer der Wupper einfanden.«

Thüringer Allgemeine 21.6.93 zu »ZEIT-KLANG-LANDSCHAFT«
»`Den Vögeln gleich´, so Wallmann, entfalteten die verstreuten Musiker eine fesselnde Welt der Klänge, die sich mit den Stimmen der jubilierenden Vögel mischte und den auf dem Skulpturenweg wandelnden Besuchern eine eigene Interpretation des Raumes und der Landschaft vermittelte.«

WZ, Wuppertal, 23.9.1993 z »Zeitschwingung«
„Kunst-Leben in der Hofaue, Designer, Architekten, Musiker und Erfinder öffneten ihre Ateliers... Dazu verhallt eine Klanginstallation von Johannes Wallmann, niemals endend und nicht störend; mit der Zeit nahm man den Klang wahr, als wäre er immer dagewesen.“

Südwestpresse Ulm/Tübingen 21.3.94 zu »suite moderabel«
»Am Beginn des Abends die viersätzige »Suite moderabel« von Johannes Wallmann ... Als nähme das kompositorische Subjekt sich lauschend zurück, gebiert dieser Ton seine Oktave scheinbar aus sich selbst, kehrt zu sich zurück, und der folgende Sekundschritt wirkt in dieser Umgebung als großes, nie gehörtes Intervall. Aus ihm entsteht die Terz als flirrender, in sich bewegter Klang, und fast die einzige (halbtaktige?) schnellere Folge von drei Tönen leuchtet als Arioso hervor; als sei ein Wunschbild erfüllt, daß die Klänge von selbst sich erzeugen, von selbst sprechen, traumwandlerisch das Richtige geschähe.«

Neue Ruhr Zeitung, Essen 18.4.1994 zu GLEICH DEN VÖGELN (1986/92)für 2-4 voneinander weitentfernte Klarinetten (aus ALEA MUSIK)
:„Daß sich Neue Musik auch kurzweilig und amüsant anhören kann, hat das Ensemble Aureus Modern bewiesen: In der Aula der Volkshochschule ließ es sich mit einem abwechslungsreichen Programm für eine bis vier Klarinetten hören. Ein klangfarbenreiches schalkhaftes Kombinationsspiel „Gleich den Vögeln“ von Johannes Wallmann (geb. 1952 in Leipzig) für 4 Klarinetten, die sich von den Ecken des Raumes aus gegenseitig zuspielten, zeigte mit welchem Improvisationsgeschick und welchem Ensemblegeist die Musiker aufeinander zuzugehen in der Lage sind. Das war ein Tirilieren und Zwitschern, Singen und Jubilieren.“

Thüringer Allgemeine 29.09.94 zu AURI
»...Dann eine Uraufführung als besonderer Höhepunkt des Abends: «Musik im Raum - Auri« des 1952 in Leipzig geborenen Komponisten Johannes Wallmann. Die Relationen und Bewegungen zwischen Nähe und Ferne, die durch die räumlichen Bewegungen der Töne entstanden, bewegten die Zuhörer außerordentlich. Im Verlaufe von Auri wurden Standorte im Konzertraum verteilt eingenommen. So kreisten die Töne im Auditorium, entwickelten sich Klangmelodien. Die Zuhörer waren begeistert.«

F.A.Z. 11.2.95 zu GLOCKEN REQUIEM DRESDEN
»... Etwa zehn Jahre war er alt, als er vom `Wilden Mann´ oberhalb der Stadt
aus am frühen Ostermorgen Dresdner Glocken läuten hörte. Die Empfindung von Weite, Klang und Landschaft, die ihn in diesem Moment erfüllte, wurde nach seinen Worten prägend für viele seiner späteren Projekte. ... Mit dem `Glocken Requiem Dresden´ kehrt Wallmann, der sich zur Moderne und zugleich zu ihren kulturellen Wurzeln bekennt, nun in die Stadt seiner Kindheit zurück. ...«

Sächsische Zeitung 13.02.95 zu GLOCKEN REQUIEM DRESDEN
»Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ist am späten Abend das „Glocken Requiem Dresden” als Performance von Johannes Wallmann uraufgeführt worden. Das Werk für 129 Kirchenglocken Dresdens gelangte zwischen 21.30 und 22.12 Uhr im gesamten Stadtgebiet zur Aufführung und wurde von Hörfunkstationen und über Lautsprecher live übertragen. Rund 30.000 Dresdner und Gäste der Stadt verfolgten dieses Kunstereignis an der Ruine der Frauenkirche und auf der Brühlschen Terrasse. Viele standen dicht gedrängt und hörten andächtig und teilweise mit geschlossenen Augen auf die ständig wechselnden Glockentöne. ...«

Sächsische Zeitung 14.02.95 zu GLOCKEN REQUIEM DRESDEN
»... Musikalisch klar gegliedert in verschiedene Verarbeitungen sowohl räumlich verteilter als auch klangintensivierter und klangkontrastierender Töne von 129 Glocken der 47 über die Stadt verteilten Kirchengeläute wurde dies komplizierte Unterfangen realisiert. Vom „Introitus” allmählichen Beginnens, über ein „Kyrie” aus Einzelschlägen, ein „Graduale”,„Tractus” ein Wechselspiel hoher und tiefer Geläute in einer „Sequenz”, dem Aufbau von den tiefen zu den höheren Tönen im „Offertorium” bis zum Vollgeläute eines „Sanctus” steigerte sich dies einzigartige Werk. ...Es war kein Experiment, sondern ein zur Besinnung mahnendes Werk, das Tausende erreichte, ja per Rundfunk Millionen...«

ARD tagesthemen 12.2.95 zu GLOCKEN REQUIEM DRESDEN
»... eine Stadt wird zum Klangraum«

taz, Berlin 2.8.1996 zu KLANG FELSEN HELGOLAND
„Und hier die hotteste Musik-News des Klassiksommers...: Der Berliner Komponist Johannes Wallmann verbindet Orgelmusik, Möwengeschrei und Wellenrauschen in seiner Komposition „Klang Felsen Helgoland“.“

Der Helgoländer 10/96 zu Klang Felsen Helgoland
»... Nach anfänglichem typischen Trubel der Schaulustigen kehrte angesichts der majestätischen im wahrsten Sinne des Wortes versteinerten, unwirklichen und in dieser Art noch nie beleuchteten Felsenkulisse auf dem Klippenrandweg Stille ein. Die Musik, mal ergreifend-tragend, dann wieder drohend-grollend die Sopranstimme unterstützend, glich einer Referenz an das Millionen Jahre alte Felsmassiv, welches aus seiner Vergangenheit zu erzählen schien. Der 44jährige Klangkünstler Johannes Wallmann hatte es geschafft: das Einbinden des Zuhörers in das Wechselspiel von Musik und Natur....«

Berliner Zeitung 9.06.1997 zu »Innenklang«
»...Wallmann hat sein groß angelegtes Stück für diesen Dom komponiert, er hat es richtiggehend in das Bauwerk hineingeschrieben, so klar wie mit »Innenklang« hat man den Dom wohl überhaupt noch nie gehört... Die halbkugelförmige Gestalt des Klangapparats nutzte der Komponist, um Klänge auf die Reise zu schicken. Lange Pedaltöne der tiefen Orchesterinstrumente legten eine Klang-Schiene um die Zuhörer, kurze Trommelsignale sausten darauf im Kreis herum. Wer in der Mitte saß, konnte das Fluktuieren der statischen Klänge (das Rundfunk-Sinfonieorchester spielte unter der Leitung von Karl Anton Rickenbacher) auf der Umlaufbahn hören. Wallmanns Musik bildet tatsächlich einen Raum, sie übersetzt den Raum des Doms in Klang, und der Zuhörer sucht sich seinen Platz im Inneren des Klangraumes. So erklärt sich auch der Name des Stückes zum Teil: Wallmann möchte seinem »Innenklang« eines Tages auch den Außenklang zugesellen, gewissermaßen die Alltagsmusik, die die Stadt Berlin Tag für Tag von selbst produziert....«

FAZ 24.06.97 zu »Innenklang«
»...Das schnappt nach Happening, zielt immer zugleich auch auf die letzten Dinge und zieht so Publikum. Anders als sonst in der Branche üblich finden Wallmanns Uraufführungen nicht in kleinen, kundigen Zirkeln statt, sondern vor einer großen diffusen Hörerschaft....«

Der Tagesspiegel 9.06.97 zu »Innenklang«
»...Wer den Berliner Dom betritt, erwartet Bruckner, Wallmann aber serviert Mahler. War die Melodik des ersten Satzes schon von charakteristischen kleinen Nonen und großen Septimen bestimmt, ergießt sich der zweite, »pastorale - aus lebendem sein«, in eine Apotheose des Naturlauts. Doch nach der effektvollen Scherzoeinleitung des dritten Satzes dringt Wallmann in die Gegenwart vor.... standing ovations des von den Aufführenden zu Recht begeisterten Publikums.«

Berliner Zeitung, 19.09.97 zu »transforma«
»...Danach tauchen wir doch noch ganz in den Raum ein, verschwinden in ihm mit Wallmanns »TRANSFORMA«. Stimmen, hoch in der Frequenz, schweben durch den alten Wasserspeicher, füllen den Raum ganz aus, und mehr als einmal prallen sie aufeinander wie glitzernde Stahlkugeln. Hier wird wahr, was die Idee der Kryptonale III ist: der Raum, wie er da ist, bleibt sich selbst erhalten, der innere Raum weitet sich. Der Berg entläßt um Mitternacht.«

DIE WELT, 21.9.1999 „Fünfte Kryptonale: Zehntausend Möwenschreie ... Eine Tonkonserve stach heraus: „10.000 Mövenschreie“, aufgenommen vor der Küste Helgolands. Die Komponisten Johannes Wallmann und Dirk Homann haben daraus eine sogenannte Soundscape gemacht. Die meisten Zuhörer schlossen die Augen und fühlten sich vom Meer umtost. Das Geschrei entwickelte tatsächlich symphonische Dimensionen“


DER TAGESSPIEGEL, Berlin, 29.10.99
Johannes Wallmann plant 2000 eine klingende Weltausstellung in Berlin
Der Mann ist nicht zu bremsen. Zu DDR-Zeiten unbequemer Mitbegründer der „Gruppe Neue Musik Weimar“ und, laut Stasi-Akte, Komponist von Werken, deren „Inhalt und Ausdruck negative und staatsfeindliche Thematik vermuten lassen.“, ist Johannes Wallmann seit seiner Übersiedlung in den Westen 1988 mit Grossprojekten zwischen Musik und Klangkunst hervorgetreten. Ausgehend von seinem philosophischen Konzept der „Integral Art“, das verschiedene Kunstformen, aber auch Kunst und Alltag überhaupt, Musik, Geschichte und Umwelt zu verbinden sucht, entwarf er 1991 ein live-elektronisches Sound-Design für die Wuppertaler Schwebebahn. 1995 fogte das Dresdener „Glockenrequiem“ für 129 im Stadtraum vernetzte Kirchenglocken und 1996 die Beschallung eines 850 Meter langen Küstenstreifens auf Helgoland.
Nachdem die Uraufführung seins Orchesterwerkes „inennklang“ 1997 im Berliner Dom ein Runpf blieb, dem die aus Kostengründen gestrichene Live-Übertragung Berliner Stadtgeräusche dringend fehlte, greift Wallmann jetzt nach der ganzen Welt. Für 15 Tage sollen im September
2000 Soundscapes von sieben Kontinenten, aus dem Brasilianischen Regenwald und vom Hafen von Kapstsadt, von den Niagarafällen und den heißen Quellen in Island, aus Sydney, dem Ural und Tokio ind Berlinder „Haus der Kulturen der Welt“ übertragen werden und in einer Art akusti8schen Weltausstellung zugänglich sein. Dazu kommt ein Klang-Environment am Brandenburger Tor aus 29 Berliner Klängen und die Wiederaufführung des „Innenklang“ im Berliner Dom. Per Satellitenleitung werden die Stimmen von sieben in den weltweiten Soundscapes platzierten Sopranen übertragen, die in einer wahrhaft globalen Partitur mit Umweltgeräuschen und Orchesterklängen verschmelzen, was in Tokio wie in Kapstadt zu hören sein wird.
Damit reagiert Wallmann künstlerisch auf die mediale Vernetzung der Welt und setzt genau jenes musikalische Signal, das die EXPO 2000 so schmerzlich vermissen läßt....

Berliner Morgenpost, 21.10.99
Die sieben Soprane - Der Berliner Komponist Johannes Wallmann plant für Herbst 2000 ein internationales Klangprojekt. ... Was sich bisher lediglich auf nationaler Ebene abspielte, soll im Herbst 2000 zu einem globalen Event ausgeweitet werden: „Aussenklang-Innenklang“ wird es heißen. Das Konzept klingt simpel. Sieben Soprane singen simultan an sieben Orten der Erde, sei es zu den Geräuschen der Niagarafälle oder zu denen, die Sydneys Straßenlärm verursacht. Die Fäden laufen in Berlin zusammen. Hier werden nicht nur die mittels modernster Technologien übertragenen Klänge zu einer Stereo-Fassung gemischt und weltweit ausgestrahlt. Auch Live-Veranstaltungen und Aussenklänge der Stadt sollen in das Projekt einfließen....“

Berliner Abendblatt, 03.11.99
Die Wiege für Klänge, die die Welt umarmen
... Für das Projekt vereint Wallmann diese Innen- mit den Außenklängen. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen (CDU), haben die Schirmherrschaft übernommen. In Berlin kooperieren DeutschlandRadio, der Berliner Dom, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und das Haus der Kulturen der Welt mit Wallmann und seinem Veranstalter, dem Verein Klang & Zeit. Das Haus der Kulturen der Welt steuert dann auch zu den Außenklängen die tiefen Glocken des Carillons bei. Während des gesamten Zeitraums werden dort auch die live übertragenen Klänge aus den anderen Ländern zu hören sein. Wallmann hat schon seit langem ein Faible für derart ungewöhnliche Klangprojekte. „Was in die Ohren kommt, macht auch etwas mit uns““

Sächsische Zeitung Dresden, 29.10.99
„Christo der Musik“ Johannes Wallmann plant gobale Klanginstallation
Für das Jahr 2000 plant der Komponist Johannes Wallmann seine erste weltumspannende Klanginstallation. Der „Christo der Musik“, wie Kritiker den in Berlin lebenden Künstler dennen, realisiert unter dem Namen „Aria“ damit sein bisher größtes Projekt....
Mittels modernster Technik sollen live übertragene Klänge und Geräusche aus allen Kontinenten nach Berlin geliefert werden, um sie hier zu einer Stereo-Fassung zu mischen. Wenn das Experiment gelingt, gebe es die Möglichkeit, mit den Ohren zugleich an unterschiedlichen Orten der Welt zu sein, sagte der 47-Jährige. Sein Ziel: „Den globalen Zusammenhang der Erde einmal sinnlich erfahrbar machen.“... In Berlin sollen das Haus der Kulturen der Welt, der Berliner Dom und der Platz vor dem Brandenburger Tor zu Aufführungsorten für das Konzert werden. Gedacht ist an weltweite Live-Übertragungen von Rundfunk- und Fernsehstationen.
Der in Dresden aufgewachsene Wallmann war 1988 in den Westen ausgereist. Seine erste große Klanginstallation verwirklichte er in Wuppertal. Auf Helgoland legte er ein Klang-Teppich über die Felsenkulisse, und in Dresden brachte er 1995 sein „Glocken Requiem“ zur Uraufführung.

Berliner Morgenpost, 13.9.2000
»Experimentierfreudige Expedition in die Gefilde des Hörens
Im Berliner Dom kam mit Johannes Wallmann jener Komponist zu Wort, der vermutlich am weitesten über den reinen Effekt hinaus den Raum kompositorisch emanzipiert hat. Das erste der zwei neuen »Eintrées zum weltumspannendsen Projekt »Außenklang-Innenklang« machte mit vier Fagotten des IO-Ensembles und zwei Sopranistinnen unsichtbare Raumstrukturen der riesigen Halle erlebbar. Die goldenen Klänge der Fagotte von den Emporen verwandelten sich im warmem Nachhall zu Glockentönen. Wallmann macht Musik zum Naturerlebnis.«

Darüber hinaus Artikel über ARIA und AUSSENKLANG-INNENKLANG bundesweit in zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften.