Aktuelle Projekte

INTEGRALE MODERNE -- Vision und Philosophie der Zukunft"

zwei Abende mit dem Autor des Buches und Komponisten H. Johannes Wallmann

Deutschlandfunk und DeutschlandRadio Kultur berichteten ausführlich und positiv über dieses Buch, ebenso Fachzeitschriften und Tageszeitungen. Nun besteht an zwei thematisch aufeinander bezogenen Abenden Gelegenheit, den Autor und Komponisten, sowie seine Musik und sein Denken kennenzulernen und mit ihm zu diskutieren.

16. April 2008, 20 Uhr

work in progress Jours fixes - différents lieux: Amuse-Gueules Neuer Musik (12. Abend)

Solisten des Ensembles spielen Musik von Johannes Wallmann

Gerhardt Müller-Goldboom mit dem Komponisten im Gespräch über dessen Buch Integrale Moderne

Themenkreis: Musik und Philosophie

(Idee und Material, Teil und Ganzes, alles ist dynamischer Prozess, die Phasen der Wahrnehmung, Synthese und Analyse, integrale Intelligenz, Schwingungsmuster als Informationsträger, Schönheit und Harmonie neu denken, Musik als Intelligenzenergie,Individuelles-Sozielles-Universelles)

Ort: Ferenc-Fricsay-Saal im Rundfunk Berlin-Brandenburg, Masurenalle 16-20, 14057 Berlin, RBB Eingang Fernsehzentrum (U-Bahn Theodor-Heuss-Platz)

28. April 2008, 19 Uhr
Berliner Gesellschaft für Neue Musik
bgnm jour fix

DVD-Video-Dokumentationen der Raum- und Landschaftsklang-Kompositionen von Johannes Wallmann. Thomas Gerwin im Gespräch mit dem Komponisten über dessen Buch Integrale Moderne

Themenkreis: Kultur und Demokratie

(Moderne-Postmoderne-Integrale-Moderne, evolutiv neue Situation, teleonomisch fittest, kulturelle Krisis, Kultur als Werte- und Intelligenzübertragungssystem, integral-moderne Demokratie; Zusammenhänge von Kultur und Demokratie, ideologiefrei?, akustische und optische Ökologie/Ästh-Ethik)

Ort: Sophiensaele, Sophienstr.18, 10178 Berlin-Mitte

weitere Informationen:

www.integrale-moderne.de
www.integral-art.de
www.der-blaue-klang.de
www.der-gruene-klang.de

H. Johannes Wallmann
"INTEGRALE MODERNE -Vision und Philosophie der Zukunft"
(Pfau-Verlag, ISBN: 978-3-89727-332-0, 29.- EUR)
www.pfau-verlag.de


Sonntag, 16. März 2008, 21.35 Uhr bis 22.30 Uhr
DeutschlandRadio

INTEGRALE MODERNE - über das Buch und die Kompositionen von H. Johannes Wallmann.
Eine Sendung von Michael Dasche.

12. Januar 2008, 23:05 Uhr
"The Artist's Corner"
Hessischer Rundfunk / hr2

H. Johannes Wallmann
Glocken-Requiem XXI

"Solange die ganze Menschheit, ohne Ausnahme, keine Metamorphose durchläuft, wird Krieg wüten und alles, was gebaut, gepflegt und gewachsen ist, wieder abgeschnitten und vernichtet", schreibt Anne Frank in ihrem Tagebuch. Mit diesen Worten beginnt das "Glocken-Requiem XXI" von Johannes Wallmann. Die Komposition für drei Chorgruppen, 137 Kirchenglocken, elektronische Klänge, drei Schreier und einen Rezitator ist ein künstlerischer Appell an die Vernunft, eine in Klänge gefasste Sehnsucht nach Frieden.

Donnerstag, 29. November, 19.30 Uhr
H. Johannes Wallmann, RAUMKLANG FÜR 4 SAXOPHONE

In den 6 Etagen des ART CENTER BERLIN werden Exponate zeitgenössischer Kunst aus verschiedenen Ländern der Erde gezeigt. Dazu erklingen Raumklang-Kompositionen von H. Johannes Wallmann, gespielt vom sonic.art-quartett Berlin.

ART CENTER BERLIN
(gegenüber Friedrichstadtpalast)
Friedrichstraße 134
D-10117 Berlin-Mitte


Sonnabend, 24. November 2007, 20:05-22:00 Uhr
NDRKultur: Kleine Schule des musikalischen Hörens

.. und ich davon muss ...
"Ein deutsches Requiem" von Johannes Brahms neu gehört in Perspektiven zum "Glocken Requiem XXI" von H. Johannes Wallmann.

Jedes der beiden Werke entwickelt eine Synthese hinsichtlich der aktuellen Problematiken seiner Entstehenszeit. Und jedes der beiden Werke eröffnet auf künstlerischem Wege eine Zukunftsdimension sowie neue theologische/philosophische Deutungsperspektiven.

Nach 22:05 Uhr werden beide Werke ganz bzw. teilweise zu hören sein.


30. September 2007, 20 Uhr:
Uraufführung des Flöten-Trios "Schilf in Händen" von H. Johannes Wallmann

Ausführende "les trois en bloc" im Rahmen des Festival Spinnerei IV (28. bis 30. Sept.) im Klavierhaus Michael Fiech, Halle 6 der ehemaligen Leipziger Baumwollspinnerei.


10. September 2007, 22 Uhr, DeutschlandRadio Kultur:
H. Johannes Wallmann GLOCKEN REQUIEM XXI (Ausschnitte)

Ausführende: Konzertchor Darmstadt (Ltg.: Wolfgang Seeliger)


2. September 2007, 15:00 Uhr:
H. Johannes Wallmann

. LINIEN - ZU KLANG GESCHWUNGEN
. KLANGFELDER 1 (Uraufführung)

Im Carillon-Konzert am Haus der Kulturen der Welt mit Jeffrey Bossin.


WDR 3: 23. Mai 2007, 23:05 Uhr:
Die Moderne als Zukunftsvision. Der Komponist Johannes Wallmann.

"Die vielschichtigen Probleme unserer Welt können "zwar separiert betrachtet, aber nicht mehr separiert gelöst werden können", so der Befund des in Berlin lebenden Komponisten Johannes Wallmann. Seine 2006 veröffentlichte Ästhetik einer integralen Moderne ist der Ausgangspunkt für eine neue Betrachtung seines bisherigen Schaffens. Politisch stets unbequem und querständig verließ er noch kurz vor der Wende die ehemalige DDR und erweckte Aufsehen mit großdimensionierten
Klanginstallationen in Gebäuden, Parks, ganzen Landschaften und Städten.

Eine Sendung von Till Knipper


H. Johannes Wallmann
"INTEGRALE MODERNE - Vision und Philosophie der Zukunft"

PFAU-Verlag Saarbrücken,
ISBN 978-3-89727-332-0, 29.- €

www.integrale-moderne.de

Rezension von Peter Zacher




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RSR-Espace 2 (Radio Suisse Romande Espace 2):
15. April 2007, 19.03-20.00 Uhr:

5 Sätze aus GLOCKEN REQUIEM XXI von H. Johannes Wallmann

http://www.rsr.ch/espace-2/chant-libre


h. johannes wallmann

GLOCKEN REQUIEM XXI

Raumklang-Komposition für drei voneinander weitentfernte Chorgruppen, 137 Dresdner Kirchenglocken, elektronische Klänge, drei Schreier und einen Koranrezitator

Uraufführung am 11.09.2006, 20.30 Uhr, in der Stadtkirche Darmstadt Konzertchor Darmstadt, Leitung: Wolfgang Seeliger

www.glockenrequiem.de


H. Johannes Wallmann
Raumklang-Konzert

IM FUNKELN DER STERNE - für 12 voneinander weitentfernte Saxophone

Die 12 Berliner Saxophonisten
Leitung: H. Johannes Wallmann

21. Oktober 2006, 20:00 Uhr, Kulturpalast Dresden
Eintrittskarten: 20 € / 10 €

Faltblatt (PDF)

Hörerstimmen (PDF)

Dresdner Neueste Nachrichten vom 23.10.2006 (PDF)


H. Johannes Wallmann

"INTEGRALE MODERNE – Vision und Philosophie der Zukunft"

Zum Konzerttermin IM FUNKELN DER STERNE am 21.10.2006 erscheint Wallmanns Buch "INTEGRALE MODERNE – Vision und Philosophie der Zukunft", mit dem im PFAU-Verlag die "edition integrale moderne" eröffnet wird. Nach dem Konzert signiert der Autor im Foyer.

www.integrale-moderne.de

29,- € Buchbestellung
ISBN 3-89727-332-2
ISBN 978-3-89727-332-0
oder über: buchbestellung@integrale-moderne.de


Hessischer Rundfunk, 28. März 2006 (21:30 Uhr – 23:00 Uhr)

"Die integralen (Musik)Konzepte des Berliner Komponisten H. Johannes Wallmann

Eine Sendung von Stefan Fricke


"Der blaue Klang" in Wörlitz

Uraufführung 3. Juli 2004, 18.00 Uhr

Eine Landschaftsklang-Komposition für voneinander weitentfernte Vokal- und Orchestergruppen in den Wörlitzer Anlagen
Anhaltische Philharmonie Dessau
Leitung: Golo Berg

Weitere Infos und Pressestimmen unter www.der-blaue-klang.de


Zwei weitere Aufführungen von "MAN-DO Raumklang-Konzert für 6 Instrumentalgruppen von H. Johannes Wallmann"

Pfingstsonntag, 30. Mai 2004, 15 Uhr
Klosterkirche Zinna

Pfingstmontag, 31. Mai 2004, 15 Uhr
Klosterkirche Lehnin

Nähere Informationen unter:

www.lehniner-sommermusiken.de
www.kloster-zinna-sommermusiken.de
www.berlinerzupforchester.de

Stimmen zur Uraufführung von H. Johannes Wallmanns Raumklang-Konzert "MAN-DO" im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie durch das Berliner Zupforchester am 29.2. 2004

an das Berliner Zupforchester: "Ich war völlig begeistert von dem Konzert, genauer gesagt war es das erste Eurer Konzerte, das mir uneingeschränkt gefallen hat (sorry!). Ein Genuss war es, den Dirigenten zu beobachten. Die Konzentration von Dirigent und Orchester war geradezu im Raum greifbar, ebenso die enge Bindung zwischen Euch. ..." (A. T., Historiker)

"Für mich war es eine dreifache Premiere: Mein erster Abend im Kammermusiksaal, mein erstes zeitgenössisches Konzert und meine erste Begegnung mit Zupfmusik. Es hat mir in jeder Beziehung Lust auf mehr gemacht. ..." (S. E., Finanzbeamtin)

"Die Uraufführung Eures Raumklangkonzertes war wirklich ein besonderes Erlebnis und ich habe mich gefreut dabei zu sein. Die räumliche Wirkung war sehr gelungen, der Klang wanderte wirklich um einen herum, allerdings manchmal etwas leise, fanden wir. Beide Stücke erforderten ja höchste Konzentration und für Euren Dirigenten war es eine besondere Herausforderung, ganz toll!!! ...." (B. K., Tierärztin)

"Eigentlich bin ich kein großer Freund von neuer Musik, aber MAN-DO hat mir rundum gefallen. Als ehemalige Orchesterspielerin fand ich es faszinierend, das Zusammenspiel von Dirigent und Orchester über die große räumliche Entfernung hinweg zu beobachten. ..." (E. O., Rentnerin)

"Das Konzert war wie ein guter Krimi. Spannend bis zum Schluss." (S. G., Angestellte)

"Es war übrigens ein sehr schönes Konzert neulich mit MAN-DO im Kammermusiksaal der Philharmonie. Der Raum selbst kam durch die impulshaften Klänge der Instrumente wunderbar zur Geltung, die strukturellen Bezüge wurden durch die präzise Ortung sehr deutlich. Stellenweise fühlte ich mich an Renaissance-Musik erinnert. ..." (R.H., Komponist)

"... Ich fühlte mich bei dieser Musik wie in einem Wassertropfen, der durch die Weltmeere treibt, so einfach und klar. Es war derselbe Effekt, den Yoga auf meinen Geist hat. Eine sehr große Einfachheit. Das Gefühl von Weite und Klarheit. Eine Vision, wie das Leben sein könnte." (K.S., Journalistin)

Raum-Musik von H. Johannes Wallmann im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie

MAN–DO Raumklang-Konzert mit Werken von H.Johannes Wallmann (2003/04)
Berliner Zupforchester, Ltg.: Vicente Larrañaga
MAN-DO/SYN_ARCH Licht- / Rauminstallation von Architekturstudenten der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Hamburg.,unter Leitung von Prof. L.E.O.Eckhardt

Voraufführung: 31.01.04, haw Hamburg
Uraufführung: 29.02.04, 20 Uhr Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie

PERIO – Musik im Raum für 6 Gitarren (1995) Fssg. für Zupfinstrumente (2003)
MAN–DO – Musik im Raum für 6 Instrumentalgruppen (2003/04)

Wie in all seinen Raum- und Landschaftsklang-Kompositionen lässt der Komponist H. Johannes Wallmann in diesem Konzert Klänge von Musiker zu Musiker durch den Raum wandern. Die Musik wird von den Zuhörern nicht mehr frontal gehört, sondern umgibt sie von allen Seiten, so dass die Räumlichkeit der Musik unmittelbar erlebt werden kann. Die Musiker treten im Verlauf des Konzertes über die räumlichen Entfernungen ihrer Positionen hinweg in ein musikalisches Wechselspiel, in dem Klänge und Motive im Raum kreisen bzw. sich gegenseitig antworten.

Zupfinstrumente werden in ihrer Bedeutung für die Moderne meistens unterschätzt. Einmal davon abgesehen, dass zahlreiche Komponisten für diese Instrumentengruppe komponierten, wurden sie bereits um 1912 in der Malerei von Pablo Picasso und Georges Braque zu "Ikonen der Moderne“. Bedenkt man, dass in diesen Bildern die Moderne mit „Volksinstrumenten“ zu einer Symbiose verschmilzt, wird eine interessante Metapher deutlich, die im übertragenen Sinne noch immer als eine Herausforderung gelten kann.

PERIO – Musik im Raum für 6 Gitarren (1995)
Fassung für 12 Zupfinstrumente (2003)

PERIO ist ein musikalische Kombinationsspiel und bezieht sich auf zeitliche Perioden, wie die von Ebbe und Flut. Die Musik verläuft in Rondoform, der Uraltform von »Gleichbleiben« und »Verändern«. Das Rondo selbst besteht bekanntlich aus dem Wechselspiel von Refrain und Couplet. Während sich in den Couplets von PERIO vier simultane Zeitvorgänge überlagern (die von den Musikern motivisch frei zu gestalten sind), bilden die Refrains von PERIO eine musikalische Wellenform, die durch alle vier Gruppen das Publikum umkreist. In den Couplets spielen die Musiker nach Lichtmetronomen (die für jede Gruppe ein anderes Tempo definieren), wobei an bestimmten Punkten der Refrain ausgelöst wird oder Zitate aus der Gitarren- und Mandolinenmusik der Vergangenheit wie Strandgut angeschwemmt hörbar werden. PERIO - ein periodisches Kommen und Gehen von Klängen.

MAN–DO – Musik im Raum für 6 Instrumentalgruppen (2003/04)
1. "Kreislauf polar" 3. "statisch bewegt, diagonal"
2. "Zwei Dreiecke" 4. "Linien, Rhythmen, Klänge"

»MAN-DO – Musik im Raum für 6 Instrumentalgruppen« wurde von Johannes Wallmann speziell für das Berliner Zupforchester und den Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie - der architektonisch auf einem Sechseck basiert - komponiert. Die Musik beschäftigt sich auf Grundlage von präzisen geometrischen Figuren mit dem Verlauf von Klängen und Motiven im Raum zwischen den sechs fest positionierten Musikergruppen. Der Dirigent, der sich in der Mitte befindet, koordiniert nicht nur, sondern gestaltet – z.B. im ersteh Satz die Abläufe frei nach den Regeln der Komposition.

Im ersten Satz - „Kreislauf polar" - verlaufen Töne und Klänge von Position zu Position im Kreis; links- oder rechtsherum. Der Satz, in dem der Dirigent atmende Klangschübe gestaltet, beginnt und endet mit einem Dialog zwischen den drei vorderen und den drei hinteren Positionen. „Polar“ heisst dieser Satz, weil in ihm verschiedene polare Gegensätze zur Ausprägung kommen.

In "Zwei Dreiecke" – dem zweiten Satz, der in weiten Teilen von Geräuschen getragen wird - sind die beiden ineinander verschränkten Dreiecke des Sechseckes thematisiert. Neben simultanen Kreisverläufen in den Dreiecken werden die beiden Dreiecke auch konkret gegeneinander gesetzt. Den an- und abschwellenden pochenden Klangschüben des einen Dreiecks stehen abstürzende oder aufsteigende Motive des anderen gegenüber. Und manchmal verschmelzen darüber beide Dreiecke zu einem Gesamten.

Der dritte Satz - "statisch bewegt, diagonal" - ist aus kleinen melodiösen Figuren, aus leisen Klangfeldern, aus einem kurzen schnellen starken Rhythmus sowie aus einer zarten Reihe von zwölf vereinzelten Tönen gearbeitet. Die drei Diagonalpositionen treten in ein antiphonales Wechselspiel, das immer wieder zur Stille vordringt. Aus kleinen Melodien, aus Ruhepunkten und Rhythmen entsteht ein anmutiger Ausgleich von Statik und Bewegung.

Im vierten Satz - "Linien, Rhythmen, Klänge" - werden alle Bewegungsformen miteinander kombiniert. Um die Zuhörer werden im Kreis weite Klanglinien durch den Raum gezogen, wobei sich die beiden Kreisrichtungen abwechseln und die Einzeltöne zuvor jeweils zu Klängen aufgestaut werden. Die beiden Dreiecke und die drei diagonalen Musikerpositionen sowie die Kreisverläufe treten zueinander in Beziehung; mit atmenden Klangschüben, akkordischen Klängen, mit Linien und Rhythmen, die kommen und gehen und sich zum Schluß überraschend auflösen.

MAN-DO / SYN_ARCH Studenten des Fachbereiches Architektur der haw entwarfen eine eigenständige Interpretation von Wallmanns Stück "MAN-DO - Musik im Raum für 6 Instrumentalgruppen" in Form der Architektur-Installation „SYN_ARCH“, Beide Kunstformen – Architektur und Musik – sollen zeitgleich dargestellt werden.

Sowohl die Musikkomposition, als auch die Architekturinstallation sollen dabei als autarke künstlerische Arbeiten angesehen werden. Durch die zeitgleiche Präsentation entsteht eine neuartige Dialogform, in der die Musik nicht als Untermalung der Installation und die Installation nicht als Dekoration der Musik wahrgenommen wird. Vielmehr wird das Gesamtkunstwerk in seiner interdisziplinären Korrespondenz von einem konstruktivistischen Ansatz getragen, der mathematisch-kompositionstechnischen Prinzipien unterliegt, gleichzeitig aber ein neues Verhältnis zueinander und zum umgebenden Raum schafft. Die Projektionsflächen entwickeln sich im Laufe der Aufführung von Punkt zu Strich zu Fläche zu Raum, um zum Ende in einer Synthese von Form und Raum zu kumulieren.

DER BLAUE KLANG – Landschaftsklang-Komposition für voneinander weitentfernte Vokal- und Orchestergruppen (2003/04)

Uraufführungstermine: 03.07.04, 18 Uhr und 04.09.04 in den Wörlitzer Anlagen

Die Grundidee besteht darin, eine Landschaftsklang-Komposition für die Wörlitzer Anlagen zu schaffen, durch die optisch und akustisch ein konkretes Wechselspiel zwischen Klang und Stille, zwischen Teil und Ganzem wahrnehmbar wird. Dieses Wechselspiel soll zugleich verdeutlichen, dass sich natürliches Vorhandensein und menschliches Gestalten gegenseitig ergänzen können, anstatt sich gegenseitig zu zerstören. In diesem Sinne knüpft DER BLAUE KLANG ganz an dem Geist des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches an.

Das Projekt wird für alljährliche Aufführungen im sommerlichen Wörlitzer Garten entwickelt. Sie werden stets für die warme Jahreszeit und mit entsprechenden Ausweichterminen vorgesehen.

In einem ausgewählten Areal der Wörlitzer Anlagen werden Instrumental- und Vokalgruppen (MusikerInnen und SängerInnen des Anhaltischen Theaters Dessau) so positioniert, dass - durch ihr in der Landschaft schwebendes Wechselspiel der Klänge - die unglaublich schöne Atmosphäre dieses Gartens synästhetisch erschlossen und unterstrichen wird.

Blau - die kosmische Farbe, die Farbe der Weite und der Ferne, die Farbe der grossen Zusammenhänge und der Stille. Klang als Brücke zur Stille; Klang als Zusammenschwingen unterschiedlicher Teile zu einem Ganzen.

Referenz an den Bauhaus-Gedanken

DER BLAUE KLANG ist nicht zuletzt eine Referenz an Wassily Kandinsky und den Bauhaus-Gedanken des integralen Zusammenwirkens der Künste (an den Wallmann z.B. 1990-93 mit der BAUHÜTTE KLANGZEIT WUPPERTAL anknüpfte). Kandinsky schuf 1912 die Bühnenkomposition "Der gelbe Klang". Obwohl DER BLAUE KLANG sich ausdrücklich nicht auf diese Bühnenkomposition bezieht, ist es mehr als ein Zufall, dass Wallmann 2003 in der Nähe von Weimar seine Komposition "der grüne klang" realisierte und nun für 2004 in der Nähe von Dessau die Verwirklichung von DER BLAUE KLANG ansteht.

Musik und Aufstellung der Orchestergruppen

Es werden keine expressionistischen Gesten, keine gewollten Klangneuigkeiten, keine Klangmassen zu erleben sein, sondern Resonanzphänomene des Gartens und der Instrumente selbst sowie klare und einfache avancierte Klänge und Motive, deren innere Stille und Frische sich mit der Weite dieser Parklandschaft verbinden.

Die einzelnen Instrumental- und Vokalgruppen sind im Garten entsprechend der akustischen und landschaftlichen Gegebenheiten sowie unter Einbeziehung der Sichtachsen so verteilt, dass sich die Klangbereiche der unterschiedlichen Instrumental- und Vokalgruppen von den Zuhörern als Orchester „erwandern“ bzw. mit Booten erreichen lassen.

Die Aufstellung der Orchestergruppen erfolgt lt. einem Plan, der auf Grundlage der akustischen Recherchen erarbeitet wurde. Nach diesem bilden Trompeten (auf dem Belvedere und in Schochs Garten) und Posaunen (am Monument und in Schochs Garten) eine akustische Achse, um deren Mitte sich sechs Hörner um 8 Tamtams gruppieren. Flöten, Oboen d´amore, Englisch Hörner, Klarinetten, Fagotte sowie die beiden Tuben kommunizieren untereinander über verschiedene Wasserbereiche hinweg, wobei bezaubernde und bizzarre Klangsituationen entstehen. Etwa wenn am Kleinen Walloch die Flöten mit zarten Tönen zu hören sind, begleitet von Vibraphon und Röhrenglocken, zu denen aus der Ferne die Soprane vom Venustempel erklingen. Oder wenn die beiden Englisch Hörner über den See hinweg im gegenseitigen Wechselspiel ertönen, wenn die Fagotte (Nähe Muschelsucherin, Neumarks Garten und Nähe Wolfsbrücke) ihre Motive austauschen oder wenn die Violoncelli und Chorbässe mit den Chorbaritonen (auf Boot 2) Klang-Verbindungen eingehen, durchzogen von langen Tubatönen, die von der Roseninsel sowie vom Sichtloch am Weidenheger erklingen. Während sich auf der Schlosstreppe die Violoncelli mit dem Klang der Gongs sowie dem der Chorbässe mischen, ist der kammermusikalische Klang der Harfe im Nymphaeum zu hören.

Der Klang der Solo-Violinen am Gotischen Haus, das Spiel der vier Klarinetten geben zu den tiefen Instrumenten lichthohe Klangleichtigkeit. Zwei Boote mit Sopran- bzw. Baritonstimmen pendeln auf dem See, zwei weitere Boote mit jeweils 6 Violinen bzw. Violen auf dem Kleinen Walloch. Vom Turm der Kirche werden an bestimmten Punkten der Kompostion Glocken sowie ein Alt- bzw. Sopransaxophon erklingen, und Fraktale einer - durch die unterschiedlichsten Instrumentengruppen im Park ziehenden - Melodie initiieren.

Die Stimmen der Solisten, die an den äusseren Punkten des Areals positioniert sind, nehmen das Ganze sozusagen in ihre Mitte, so dass der BLAUE KLANG auch als eine Wanderung durch eine Innenwelt verstanden werden kann. Eine Sopran-Solistin an der Urne, eine Alt-Solistin in der Synagoge, ein Bass-Solist an der Muschelsucherin und ein Solo-Tenor am Venustempel bilden dafür die Eckpunkte, die von den Stimmengruppen des Chores abgerundet werden.

Für die Vokalparts werden - ausser in der Synagoge - Texte von Ulrich Schlotmann (*1962), die 1993 im Maas Verlag Berlin erschienen, sowie Vokalisen verwendet. Der in der Synagoge (Alt-Solo) erklingende Part basiert neben Vokalisen auf einem Text von Schmuel Jakub Imber (1889-1942), einem jüdischen Dichter.

Die Aufführung der Komposition wird überwiegend nach einem Zeitcode mittels Funkuhren gesteuert.

DER BLAUE KLANG trifft auf ein wohlvorbereitetes Umfeld und ermöglicht den Zuhörern viele außerordentlich schöne und interessante Wahrnehmungssituationen: Fahrten mit den Booten durch die über den See changierenden Klänge, Erwanderung der verschiedenen Hör- und Sichtpositionen, Verweilen z.B. vor dem Schloß, in Schochs Garten, vor dem Vernustempel, vor dem Gotischen Haus.

Um die Hörer von vornherein im Garten zu verteilen, werden sie per Ausgabe der Eintrittskarten in mehrere Gruppen unterteilt, die an unterschiedlichen Punkten Einlass in den Garten erhalten.

Für den BLAUEN KLANG wird ein Lageplan gefertigt, in dem die einzelnen Positionen der Musiker, die Gehminuten zwischen diesen Positionen, Verweilstellen, Wegeempfehlungen sowie besondere Hör- und Sichtpositionen verzeichnet sind. Dieser Plan gibt den Zuhörern die Möglichkeit, sich den BLAUEN KLANG gezielt zu erwandern.

Die Dauer des BLAUEN KLANGES wird ca. 2 Stunden und 40 Minuten betragen. Zur Erschließung des gesamten Areals wurden ca. 50 Gehminuten ermittelt. Diesen ca. 50 Gehminuten stehen ca. 110 Verweilminuten gegenüber, wobei die Zuhörer den Rhythmus zwischen Verweilen und Erwandern selbst bestimmen können.

DER BLAUE KLANG ist naturgemäß wetterabhängig. Das Wetterrisiko ist der Einsatz, mit dem man sich das einzigartige Erlebnis dieses Projektes ermöglichen kann.

Hessischer Rundfunk (hr2), 13.03.2004

„Vom Innen und Außen der Klänge. Die Kompositionen von H. Johannes Wallmann zwischen Konzertstück, Klangprojekt und Soundscape“ (eine Sendung von Volker Straebel)

Deutschlandfunk Köln, 16.03.04 in der Sendereihe „Atelier Neue Musik“

Der Komponist H. Johannes Wallmann (eine Sendung von Dr. Gisela Nauck)

der grüne klang (2003)

Mehr Informationen zu der lichtklang-landschaft bad berka 2003 finden sie unter www.der-gruene-klang.de.

„Kunstaktion“ – bitte beteiligen!

Zukunftsforum oder Vergangenheits-Museum?
eine integrale Ideenskulptur zum Areal des Berliner Stadtschlosses

Architekturen der Zukunft – die Stadt als Kunstraum

ein Essay

MUSIK ALS RAUM

CD mit Instrumental- und Vokalkompositionen
Aufnahmen von DeutschlandRadio, WDR, SFB, HR, SR

CD erhältlich zum Preis von 19,90 EURO, zzgl. Versandkosten